Zebrafisch

Versuchstiermeldung für das Jahr 2023

Die Forschungsteams des Max Delbrück Center und seiner Partnerinstitutionen haben im Jahr 2023 insgesamt 37.516 Tiere in Versuchen eingesetzt. Das sind fast 17.000 weniger als im Vorjahr. Diese Zahlen hat das Zentrum an das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales übermittelt.

Die Zahl der Versuchstiere, die das Max Delbrück Center dem Landesamt für Gesundheit und Soziales in Berlin gemeldet hat, ist im Jahr 2023 auf 37.516 gesunken. Das sind 16.886 weniger im Vergleich zu 2022. Bei den Tieren handelt es sich zumeist um Mäuse, Ratten und Fische. Eingeschlossen sind dabei auch Tiere, die einzelne Forschungsgruppen der Charité – Universitätsmedizin, des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP), des Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) sowie den beiden Ausgründungen T-knife und Berlin Cures auf dem Campus in Berlin-Buch nutzen.

Generell schwanken die Zahlen von Jahr zu Jahr, weil zum Beispiel Projekte enden oder anfangen bzw. weil neue Arbeitsgruppen starten und andere aufhören. Gleichzeitig greift die konsequente Umsetzung der 3R-Prinzipien (Reduce, Refine, Replace – Verringern, Verbessern, Vermeiden) am Max Delbrück Center.

Die Forschungsteams am Max Delbrück Center und die Tierpfleger*innen werden zu Versuchstierkunde und den 3R-Methoden geschult. Die Gruppen kooperieren eng miteinander, um die Zahl der eingesetzten Tiere optimal zu planen und Erfahrungen sowie Tiere auszutauschen. Im Preclinical Research Center auf dem Campus Buch finden sie hervorragende Bedingungen vor, um notwendige Tierversuche so schonend und effektiv wie möglich durchzuführen. In Berlin ist das Max Delbrück Center außerdem mit inzwischen drei Projekten am Einstein Centrum 3R beteiligt: Die biomedizinischen Forschungsinstitutionen haben sich vernetzt, um unvermeidbare Tierversuche zu verbessern und Alternativmethoden zu entwickeln.

Warum brauchen wir Tierversuche?

Die Forscher*innen am Max Delbrück Center analysieren, was im Körper auf molekularer Ebene vor sich geht, wenn er gesund ist oder krank wird. So wollen sie die grundlegenden Mechanismen des Lebens verstehen. Das Ziel: Erkrankungen besser zu behandeln oder zu heilen, neue Medikamente zu entwickeln und Patient*innen Leid ersparen.

Doch der Körper ist äußerst komplex – oft kommt es auf Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Zelltypen, Organen und Organsystemen an. Kein noch so ausgefeiltes Experiment im Reagenzglas kann zum Beispiel allein die Metastasenbildung bei Krebs nachstellen, und auch die besten Computersimulationen zur Wirkung einer potenziellen Therapie müssen am ganzen Organismus auf ihre Richtigkeit überprüft werden. Für viele Fragestellungen in den Lebenswissenschaften gibt es noch keine Alternative zum Tierversuch. Welche Methoden wann nötig sind, unterscheidet sich je nach Forschungsfrage.

 

Weiterführende Informationen

 

Kontakt

Jutta Kramm
Leiterin, Kommunikation
Max Delbrück Center
+49 (0) 30 9406 2140
jutta.kramm@mdc-berlin.de oder presse@mdc-berlin.de

Max Delbrück Center

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (Max Delbrück Center) gehört zu den international führenden biomedizinischen Forschungszentren. Nobelpreisträger Max Delbrück, geboren in Berlin, war ein Begründer der Molekularbiologie. An den Standorten in Berlin-Buch und Mitte analysieren Forscher*innen aus rund 70 Ländern das System Mensch – die Grundlagen des Lebens von seinen kleinsten Bausteinen bis zu organ-übergreifenden Mechanismen. Wenn man versteht, was das dynamische Gleichgewicht in der Zelle, einem Organ oder im ganzen Körper steuert oder stört, kann man Krankheiten vorbeugen, sie früh diagnostizieren und mit passgenauen Therapien stoppen. Die Erkenntnisse der Grundlagenforschung sollen rasch Patient*innen zugutekommen. Das Max Delbrück Center fördert daher Ausgründungen und kooperiert in Netzwerken. Besonders eng sind die Partnerschaften mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin im gemeinsamen Experimental and Clinical Research Center (ECRC) und dem Berlin Institute of Health (BIH) in der Charité sowie dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK). Am Max Delbrück Center arbeiten 1800 Menschen. Finanziert wird das 1992 gegründete Max Delbrück Center zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent vom Land Berlin.